Zum Jubiläum „150 Jahre Volksfest in Dorfen“ haben am Sonntag 1000 Schützen und Trachtler, 200 Kinder und 170 Musikanten für einen eindrucksvollen Höhepunkt beim Volksfestfinale in der Isenstadt gesorgt. Nach den Höchsttemperaturen unter der Woche ging das Thermometer gestern unter die 30-Gradmarke und so konnten die Teilnehmer in ihren Trachten- und Vereinsgewändern es einigermaßen aushalten und boten den Zuschauern eine bunte und lautstarke Demonstration von Brauchtum und Tradition.Los ging es bereits um 10 Uhr in der Festhalle mit einem Gottesdienst den Pfarrvikar Pater Bibin Varghese und Diakon Christian Marcon gemeinsam mit etwa 300 Besuchern feierten.
Ohne Zeitverzögerung und mit einem nahtlosen Übergang konnten sich die Gottesdienstbesucher mit einer Frühschoppenmaß und einer Brotzeit stärken für das Programm am Nachmittag. Pünktlich um 13 Uhr krachten die Böller der Schützen aus dem Holzland und aus Hofgiebing vom Ruprechtsberg runter in die Innenstadt und gaben den Startschuss für das Standkonzert am der Marktkirche. Die Stadtkapelle Dorfen, die Blaskapellen aus St. Wolfgang und Buchbach und erstmals auch der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting lockten die Zuhörer an und stimmten auf den anschließenden Festumzug ein.
Mit der Blaskapelle Schwindegg und der Trachtenkapelle Wasentegernbach wurden dann die etwa 30 Vereine auf sechs Einzelzüge aufgeteilt und gemeinsam marschierte man vom Rathausplatz über die Innenstadt zur Festhalle. Als Festverein durften heuer die Goldariaschützen aus Schwindegg vorangehen, sie feierten im Juli ihr 125-jähriges Gründungsfest. Hinter Schwindegg war erstmals auch der Gebirgstrachtenverein Edelweiß-Stamm München-Perlach dabei. Zum 150-jährigen Volksfestjubiläum wünschte sich die Stadt Dorfen zusätzliche Attraktionen und so lud Gauschützenmeisterin Gertraud Stadler die Münchener Trachtler, die auch in Schwindegg mitfeierten, nach Dorfen ein. Für die Münchener, so gaben sie am Ende gegenüber der Presse zu, ein perfektes Training für den Schützen.- und Trachtenumzug zum Oktoberfest, an dem sie auch regelmäßig teilnehmen.
Selbstverständlich bereicherten auch die Trachtenvereine aus Dorfen und Wasentegernbach wieder den Festzug und in insgesamt acht Festkutschen fand die Politprominenz, die hohe Geistlichkeit, Ehrengäste des Schützenwesens, Dorfens Volksfestmanagerin Anita Feckl und Wiesnmadl Antonia Steiger Platz. Eine weitere Bereicherung war heuer nach dem Brauereigespann vom Bräu z’Loh auch ein Pferdegespann, das das Schlossmodell von Hofgiebing mitzog und den Abschluss bildete Hans Stadler, der mit seinem 40 PS-MAN-Oldtimer den Festwagen mit dem Schlossmodell von Schwindegg angehängt hatte. Neben den übrigen Gespannen waren heuer die Familie Schwaiger aus Grünbach mit insgesamt drei Gespannen und zehn Rössern dabei.
Der Schützengau Dorfen ist der einzige Gau im Schützenbezirk Oberbayern, der regelmäßig alle Jahre einen Schützenumzug durchführt. Gauschützenmeisterin Gertraud Stadler bedankte sich anschließend nach der gelungenen Veranstaltung in der Festhalle bei allen Beteiligten für das Mitwirken bei dieser Traditionsveranstaltung.
Für den neuen Bürgermeister Claudius Siebert war es der erste Schützenumzug, den er als Stadtchef mitmachen durfte. Er dankte anschließend den Verantwortlichen im Gau Dorfen für die Organisation dieses Schützen- und Trachtenzuges. Gleichzeitig hofft er auch das durch diese Lebendigkeit der Tradition mit den anwesenden Jugendlichen und Kindern weiterleben wird, Auch für den stellvertretenden Landrat Geor Els war der Schützenzug eine Premiere, und auch er wünschte sich in seinem Grußwort, dass in den Zeiten der derzeitigen Verunsicherung die Vereine ein gutes Standing in der Zukunft haben.
Text und Bilder: Peter Stadler